An dieser Stelle möchten wir Euch heute gerne Shauda aus Berlin vorstellen. Shauda kommt ursprünglich aus Tschetschenien und lernte, als sie den Text verfasste, erst seit kurzer Zeit Deutsch. Sie hat ein wunderschönes Märchen geschrieben. Schaut doch mal rein!

Shauda 11 Jahre

Der Diamantenstern

Es lebte einmal ein König in einem großen Land in seinem schönen großen Schloss namens Dianthus Willdich. Ihm war nichts schöner als sein Diamantenstern, denn der Diamantenstern glitzerte wie ein echter Stern am Nachthimmel.

Wenn Dianthus schlief, legte er den Diamantenstern in eine Schachtel und dann unter sein Kopfkissen, und wenn er gemütlich einschlief, träumte er schöne Träume. Eines Tages schlief Dianthus ein und träumte den schönsten Traum, den er je geträumt hatte. Aber plötzlich hatte er einen gruseligen Traum. Er stand vor Schreck auf und guckte, ob sein Diamantenstern noch da sei. Nein, das kann doch nicht wahr sein: Er war weg! Einfach verschwunden! Tränen kamen aus seinen Augen, er schrie weinend: „Mein Diamantenstern, er ist verschwunden!“ und rannte nach unten. Dann sagte er den Wachmännern, dass der Diamantenstern verschwunden sei. Die Männer sagten, dass sie keinen Menschen gesehen und keinen Krach gehört hätten. Der König rastete aus und sagte den Männern, sie sollen den Dieb finden, so schnell es geht.

Schon machten die Wachmänner sich auf den Weg. Der König wollte wissen, wer denn wohl seinen Diamantenstern geklaut hätte. Er dachte die ganze Nacht, bis morgens die Sonne aufging, scharf nach. Doch jetzt wusste er, wer es gewesen sein konnte und zwar der Nachbarkönig aus dem Nachbarland. Er rief seine Männer zu sich und sagte denen, dass sie bei dem Nachbarkönig gucken sollen, ob der Diamantenstern in dem Nachbarschloss sei. Und schon machten sich die Männer wieder auf den Weg.

Die Wachmänner kamen erst zwei Tage später wieder heim. Der König war so froh, dass sie wieder heimgekommen waren und ging zu den Männern. Er fragte nach seinem geliebten Diamantenstern. Einer von den Männern sagte: „Wir haben zwei Tage lang um deinen Diamantenstern gekämpft und haben deinen Diamantenstern zurückgekriegt.“ Der König war so froh und hüpfte vor Freude um die Männer herum. Er hätte nie geglaubt, dass seine Wachen um seinen Diamantenstern kämpfen würden. Vor Freude gab er den Wachen eine Menge Gold und bedankte sich tausendmal.

Der König konnte jetzt wieder schöne Träume träumen. Am nächsten Tag war er richtig wach, die Sonne schien so herrlich. Der König Dianthus war immer noch so fröhlich wie gestern. Die Menschen vom Schloss waren auch so fröhlich wie Dianthus. Dianthus lief auf dem großen Hof seines Schlosses herum, lächelte jedem zu und sagte: „Guten Morgen, schöner Tag heute, nicht wahr?“ Der König spazierte weiter, dann sah er Kinder spielen, die Kinder rannten zu ihm und fragten ihn, ob er mitspielt. Der König hatte nichts dagegen und spielte mit den Kindern, die anderen Menschen sahen ihm zu, wie er mit den Kindern spielte und spielten auch mit. Bald war der ganze Hof voll mit all den Menschen, die da wohnten. Da hatte der König eine Idee und rief: „Wir spielen Fußball!“ Die Menschen fanden die Idee genial. Sie teilten sich in zwei Mannschaften auf. Die Schlossbewohner war noch nie so glücklich zusammen gewesen. Sie hatten einen schönen Tag und lebten glücklich bis an ihr Lebensende.

von Shauda B., 11 Jahre alt

Muttersprache/Land: tschetschenisch/Tschetschenien

geschrieben im November 2017