Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht. (Heinrich Heine)

Von Leonore Oestreich, 15 Jahre

Ein leichter Nieselregen fiel an dem Abend herab, an dem ich München erreichte. Man hatte mir Hoffnung auf eine Arbeitsstelle als Dozent an der Münchner Universität gemacht und daraufhin war ich überstürzt nach München geeilt. „Bitte schön, behalten sie den Rest“, sagte ich zu dem Droschken-fahrer, der mich ohne Zwischenfälle von Berlin nach München gebracht hatte. Er sah mich misstrauisch an. Ich konnte ihn verstehen. […] Ich hob meine Koffer vom nassen Boden auf und ging auf das Palais Rechberg zu.

[…] Ich trat ein paar Schritte zurück und betrachtete die Fassade des Palais. Die vielen Ornamente und Erker verliehen dem Haus etwas Altertümliches und erinnerten daran, dass es bereits 1678 erbaut worden war. Auf dem Dach glaubte ich die Umrisse eines kleinen Ausblicks erkennen zu können. Schade nur, dass ich bis zum Frühling würde warten müssen, um hinaufsteigen zu können. Ich ging auf die Haustür zu und trat in mein neues Heim. …