Geschichte des Monats – August ’22

Geschichte des Monats – August ’22

Sven und die Geister von Kenny  Eines Abends sind meine sieben Geschwister und ich noch zu später Stunde in einem riesigen Haus herumgelatscht. Die Fenster waren wirklich sehr groß, sodass ein Großteil des Mondlichts hineinschien. Die Zwillinge nahmen die Formen vieler Objekte an, welche sie noch nie gesehen hatten. Wir fanden viele Gegenstände, die richtig cool aussahen wie beispielsweise eine riesige Marmorstatue. Unsere Drillinge glitten zusammen durch die Wände, um noch mehr Räume zu entdecken. Sehr schnell verloren wir die Zwillinge und Drillinge aus den Augen. Die hatten wohl sehr viel Spaß beim Entdecken. Sie waren bestimmt schon in den coolsten Räumen. In den langen Fluren hingen viele Gemälde und Fotos von den Familienangehörigen. Während wir durch die Gänge schlenderten, tauchte aus dem Nichts ein kleiner Junge am Ende des Flures auf. Ich flitzte mit Anna hinter einen Sessel. Zum Glück sah uns der Junge nicht. Er schlich in die Küche und schnappte sich ein Glas Wasser. Dann ging er wieder in...
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Geschichte des Monats – Mai

Geschichte des Monats – Mai

Die Entführung der Queen von Mio, 13 Jahre Rick Taylor geht langsam durch die dunkle und schmale, dreckige Gasse. Er denkt: „Wenn man diese Straße hier sieht, denkt man nicht mehr, dass wir in der modernen Finanzmetropole London sind. Das hier sieht eher nach irgendwelchen Straßen in Mumbai aus.“ Er geht schnell und zielstrebig durch die Gasse, während er sich verstohlen umblickt, um sich zu vergewissern, dass ihm niemand folgt. Was er jetzt gleich machen würde, ist hochgradig illegal und Rick ist sich dessen bewusst. Aber er hat keine Wahl. Dieser unfähige Absolon O’Murphey darf einfach nicht Polizeichef von London werden, nicht, wenn er das verhindern kann. Rick biegt um die Ecke und erkennt, dass er an seinem Ziel angelangt ist. Das Versteck der europaweit bekannten Verbrecherbande MCHWS.Langsam nähert sich Rick Taylor der verrosteten alten Eisentür. Er klopft zögerlich an die Tür. Nichts geschieht. Er klopft nochmal, diesmal lauter. Eine Stimme ertönt: „Wer sind sie?“ Rick antwortet angespannt: „Ich bin Rick...
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Geschichte des Monats – Februar

Geschichte des Monats – Februar

Happy Birthday von Leila S., 13 Jahre alt „Happy Birthday!“, rief meine Mutter laut, um mich zu wecken. Sie stand mit meinem Lieblingskuchen vor mir, mit genau 17 Kerzen drauf und sang für mich das Geburtstagslied. Als sie zu Ende gesungen hatte, lachten wir viel und ich pustete die Kerzen aus. Danach verließ sie mein Zimmer. Ich war sehr aufgeregt, da ich wusste: Jetzt bin ich 17, ich bin dieses Jahr an der Reihe. Als ich mich umzog, ging ich nach unten und meine Mutter überreichte mir den Schlüssel und sprach dazu: „Du weißt, was zu tun ist, Liebes.” Ihr müsst wissen, auf unserer Familie liegt jetzt seit 800 Jahren ein „Segen”, so würde es zumindest meine Großmutter nennen. Jedes Mitglied unserer Blutlinie macht an seinem 17. Geburtstag eine Zeitreise für einen Tag. Dafür muss man in unser altes Familienanwesen gehen, dort muss man im Keller eine bestimmte Holzdiele hochheben. An diesem Ort wird man einen alten Koffer finden, mit dem man...
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Geschichte des Monats – Dezember

Geschichte des Monats – Dezember

Der frustrierte Weihnachtsmann von Gitta Gritzmann   In der Stadt Seattle lag viel Schnee. Seattle liegt im US-amerikanischen Bundesstaat Washington. John Miller arbeitete dort in einem Einkaufszentrum als Weihnachtsmann. Das hat er jedes Jahr gemacht. An einem Tag rief er seinen Kollegen Barney Brown mit seinem Handy an: „Ich habe keine Lust mehr diese nervigen Kids zu unterhalten. Sie bekommen jedes Jahr Geschenke von uns. Gestern habe ich einem 8-jährigen Jungen ein Raumschiff geschenkt. Sein Vater hatte es 1 Stunde vorher bei uns abgegeben. Was hat der kleine Junge gemacht? Er hat laut gebrüllt: ‚Ich wollte ein viel größeres Raumschiff. Ich habe schon 7 kleine Raumschiffe. Warum hast du blöder Weihnachtsmann meinen Brief nicht richtig gelesen?‘“ Barney fragte: „Und, was hast du geantwortet?“ „Ich habe ihn gefragt, ob er die Größe vom Raumschiff genau gemessen hat. Ich habe ihn auch gefragt, wie viele Fenster das Raumschiff haben muss. … Er schaute mich mit großen Augen an. Er fragte: ‚Seit wann müssen Geschenke so genau beschrieben...
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Geschichte des Monats – November

Geschichte des Monats – November

Im dunklen Wald von Moritz G. (14 Jahre) Der rote Schein der Flammen spiegelte sich in den Gesichtern der anderen. Das Knacksen und Knistern versetzte uns alle in eine behagliche und geborgene Stimmung; meine ganze Familie und ich waren um die Feuerschale zusammengekommen. Leider sah ich meinen Onkel, meine Tanten und Großeltern viel zu selten so zusammen. Doch jetzt hatten wir uns alle auf einer kleinen Insel in Dänemark eingefunden. Die Wärme der Flammen hielt uns warm, aber schon bald würde nur noch eine Glut in der Feuerschale zu finden sein.„Hey, ich hole nochmal kurz Holz?“, rief ich in die Runde. Keine Antwort. Alle waren zu sehr in ihre Gespräche vertieft. Nun gut. Ich hatte bei meiner Ankunft heute morgen eine kleine, hölzerne Hütte gesehen. Gut möglich, dass dort Feuerholz gestapelt war. Allerdings war es heute früh noch hell gewesen und nun – naja – war es pechschwarze Nacht. Egal. Ich wusste ungefähr, dass die Hütte irgendwo rechts hinter unserem Grundstück sein...
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Geschichte des Monats – Oktober

Geschichte des Monats – Oktober

Wie man die ganze Welt bereisen könnte von Nadezhda (16 Jahre)  Meine Eltern sagen immer: „Um eine so lange und große Reise machen zu können, muss man erst hart dafür arbeiten!“ Ich denke, man muss für seine Ziele und Träume kämpfen. Das Sprichwort „Ohne Fleiß, kein Preis“ passt wohl ziemlich gut dazu. Ich kann verstehen, was mir meine Eltern damit verdeutlichen wollen. So eine Reise nach Südamerika ist selbstverständlich mit hohen finanziellen Kosten verbunden. Woher soll man das Geld denn herbekommen? Man kann es ja schlecht aus der eigenen Tasche zaubern. Doch ich meine, einen Weg gefunden zu haben, wie es nun doch möglich sein könnte. Keine Sorge, es ist nichts Kriminelles. Es ist viel simpler. So simpel, dass man es fast gar nicht erraten kann. Man muss sich lediglich an einem beliebigen Platz, am besten draußen in der Sonne, hinlegen und die Augen schließen. Vielleicht noch mit Kopfhörern im Ohr, um für die richtige Stimmung zu sorgen. Und schon fängt die Reise an. Du spürst...
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Geschichte des Monats – September

Eine unerwartete Wendung von Moritz und Kenny  Hallo, ich bin Cola. Die anderen nennen mich bei meinem Spitznamen – Coke. Ich bin ein Getränk, wie ihr euch vermutlich denken könnt. Sehr beliebt sind meine Kumpels und ich bei den Kindern. Ich weiß nur nicht, was sie an uns so finden, weil eigentlich sind wir sehr ungesund, aber naja. Oh, der Besitzer vom Kiosk ist da. Er wird jetzt den Laden öffnen und die Kinder reinlassen und … och nee … ich sehe schon so unglaublich viele Kinder. Ich kann nur hoffen, dass ich nicht entführt werde. Soviel wie heute war im Kiosk noch nie los. Die Fantas rechts von mir sind schon alle weg, und links von mir sind auch nur noch wenige Sprites übrig. Ständig kommen Kinder herein und kaufen meine Kumpels. Was ist heute bloß los!? Ich frage eine alte Flasche unter mir: „Hast du schon mal solch eine Menschenmasse gesehen?“ Sie antwortet mit Ja. Oh nein! Jetzt greift ein Junge nach mir...
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Geschichte des Monats – August: Gemälderaub im Gymnasium Seligenthal

Geschichte des Monats – August: Gemälderaub im Gymnasium Seligenthal

(Illustration: Jutta Fegert) Gemälderaub im Gymnasium Seligenthal von Marie-Sophie K. Es ist Mittwochnachmittag an einem ganz normalen Schultag und alle Schüler der Klasse 7b des Gymnasiums Seligenthal warten darauf, dass es gongt. Nur Lucy und Ben nicht. Sie sind beide 14 Jahre alt und kennen sich schon seit der Grundschule. Das Klima in ihrer Klasse ist nicht sehr gut. Ben und Lucy sind die Außenseiter und das genaue Gegenteil der „Coolen Teenies“! Dies sind die Coolen in der Klasse, doch an diesem Mittwoch haben sie ausgerechnet Ben und Lucy gefragt, ob sie mit ihnen abhängen wollen. Natürlich waren die beiden einverstanden, denn wer will schon ein Außenseiter sein! Das Problem war dabei nur, dass sie vorher eine Mutprobe bestehen müssen. Heute Nacht sollen sie die kostbaren Gemälde in der Schule mit Filzstift bemalen. Wenn sie es nicht schaffen, werden sie nicht in die Clique aufgenommen. Damit sich die Eltern von Lucy und Ben keine Sorgen machen, haben sie erzählt, dass Lucy bei...
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Geschichte des Monats – Juli: Das Hundetagebuch

Geschichte des Monats – Juli: Das Hundetagebuch

Das Hundetagebuch von Mufaza Fatima Der gekürzte Text ist auf www.arrivalnews.de verfügbar.  Hallo! Ich bin Bello und schreibe dieses Buch. Falls ihr Menschen „Hundisch“ sprechen und mich somit verstehen könnt, werdet ihr erfahren, wie wir Hunde leben. Also, ich erzähle euch jetzt erst einmal, wie mein Tag gewöhnlich verläuft: Ich wache normalerweise vor meinem Herrchen auf und wecke ihn, damit ich aufs Klo gehen kann. Aber was ich überhaupt nicht verstehe, ist, warum mein Besitzer sein „Geschäft“ nicht auch draußen erledigt. Wir gehen, nachdem ich das Ganze abgeschlossen habe, gemeinsam wieder nach Hause und frühstücken. Ich finde es allerdings voll unfair, dass mein Besitzer so leckeres Essen isst und ich nur irgendetwas Komisches bekomme. Nach dem Frühstück spielen wir ein bisschen im Garten. Doch was ich auch nicht verstehe, ist, warum mein Herrchen etwas weit wegwirft und ich es dann wieder holen muss. Ich bin doch nicht sein Diener! Mittags essen wir wieder und ich bekomme wieder irgendeinen Eintopf im Hundenapf,...
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Geschichte des Monats – Juni: Eine Geschichte wie im Film

Geschichte des Monats – Juni: Eine Geschichte wie im Film

Geschichte des Monats: Eine Geschichte wie im Film von Nadezhda D., 16 Jahre (Alter zur Zeit der Texterstellung) Ich rannte und rannte. So schnell ich konnte. Hatte ich sie abgehängt oder waren sie immer noch hinter mir her? Ich bog in eine abgelegene Seitenstraße ab. Es handelte sich um eine Sackgasse. Kein Ausweg. Was mache ich jetzt bloß? Jetzt haben sie mich. Aus dem Gebäude nebenan hörte ich Stimmen, die immer lauter wurden. Ich zuckte zusammen und suchte schnell nach einem Versteck. Da - ein alter, zerfledderter Karton. Ich machte mich so klein, wie es nur ging. Ich zitterte vor Angst. Jemand riss eine Tür auf. Vermutlich die Hintertür des Restaurants, das mir durch sein grellleuchtendes Namensschild aufgefallen war. “Susi & Strolch” hieß das Restaurant. Wie kitschig, habe ich mir beim Vorbeilaufen gedacht.Schritte waren zu hören und sie kamen in meine Richtung. Mein Atem verlangsamte sich. Es ist so weit, gleich komme ich wieder in den schrecklichen Käfig. Jemand kniete sich vor den...
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